Weiche Welle bei der Wehr: Falscher Beatles-Hit beim Staatssekretärsabschied

Was ist los mit der deutschen Militärmusik? Bei der Verabschiedung des Parlamentarischen Staatssekretärs Christian Schmidt aus dem Verteidigungsministerium am Dreikönigstag machte das Stabsmusikkorps der Bundeswehr auf weiche Welle: In der Serenade spielten die Bundeswehr-Musiker auf einmal den subversiven Beatles-Hit All you need is love

Dabei hatte sich der Franke Schmidt für seine Serenade doch die gewohnten zackigen Stücke ausgesucht: Des Großen Kurfürsten Reitermarsch von Cuno Graf von Moltke, das Frankenlied von Richard Stegmann und den Kaiserjäger Marsch von Karl Mühlberger. Als viertes Stück – nach achtjähriger und damit längster Staatssekretär-Tätigkeit im BMVg darf’s auch mal eines mehr sein – wählte Schmidt einen Beatles-Hit als nicht zu überhörende Botschaft an die neue Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen: Let it be!

Doch im Stabsmusikkorps kam so viel Härte nicht an. Auch andere Politiker hatten zum Abschied auf die sentimentale Karte gesetzt, so der scheidende Kanzler Gerhard Schröder mit I did it my way. Klammheimlich tauschten die Musiker deshalb kurzfristig die Noten aus – aus Let it be wurde All you need is love.

Die weiche Welle scheint in der deutschen Militärmusik unhaltbar auf dem Vormarsch; im Afghanistan-Einsatz wurden bereits Blaskapellen gesichtet, die die traditionellen Märsche durch Weihnachtschoräle ersetzten. Nach dem Ausscheiden von Schmidt ist auch im Verteidigungsministerium niemand mehr da, der diesem Verfall mit disziplinarischen Mitteln beikommen könnte. An seiner neuen Arbeitsstelle als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung kann der langjährige Verteidigungspolitiker die gewohnte Disziplin nur noch im direkten Gespräch mit seinen neuen Mitarbeitern durchsetzen: Vorträge, in denen auf den Dirk und die Heidi Bezug genommen wird, werden dort künftig nicht mehr zulässig sein. Künftig gilt auch in dem Ministerium die Sprachregelung der Herr Bundesminister Niebel und die Frau Bundesministerin Wieczorek-Zeul, wenn von früheren Amtsinhabern die Rede ist.

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