Verteidigungsministerium kündigt sämtliche Abonnements

Überraschender Strategieschwenk im Bendlerblock: Anstatt öffentliche Quellen gezielt auszuwerten, wird sich die Bundeswehr konsequent aus jeglicher Medienbeobachtung zurückziehen. Ein erster Schritt, so ein Sprecher des Verteidigungsministeriums, sei es, alle laufenden Abonnements deutscher Qualitätsmedien zu kündigen. Inwieweit davon auch das Gala-Abonnement der Ministerin betroffen sei, wollte der Sprecher nicht kommentieren. Informierte Kreise gehen allerdings davon aus, dass diese und weitere Zeitschriften in jedem Fall als Freianweisungen weiter der Truppe zur Verfügung stehen werden.

Hintergrund des neuen Kurses dürfte die erregte Debatte um den geplanten Einsatz so genannter Monitoring-Tools durch die Bundeswehr sein, den eine Anfrage der Partei Die Linke enthüllt hatte. „Die Bundeswehr hat sich jahrelang nicht darum gekümmert, was über sie gesagt wurde. Da muss sie jetzt auch nicht damit anfangen.“, sagte ein altgedienter Propagandaoffizier, der namentlich nicht genannt werden wollte, der Feltpost. „Außerdem stehen im Internet ohnehin nur Lügen.“

Etwas besorgter scheint man dagegen in der neu aufgebauten Zentralredaktion der Bundeswehr zu sein. Die „ZRedInfoAbW“ hat erst unlängst die ehemaligen Räume der gescheiterten Nachrichtenagentur dapd in der Berliner Reinhardtstrasse bezogen.  Nun geht die Angst um, dass dem neuen Content-Center der Streitkräfte das gleiche Schicksal wie ihrem Vormieter drohen könnte. Redaktionssoldat Oberstabsgefreiter Manfred H. klingt beinahe verzweifelt: „Mein Chef hat mir gesagt, dass ich jetzt nicht mehr Yps und Bravo bekomme. Woher soll ich denn jetzt wissen, worüber die coolen Kids reden, die meine neuen Kameraden sein könnten?“ Unsicher ist auch, ob die Soldaten der Redaktion ihre Facebook- und Twitter-Accounts nutzen dürften. So macher vermutet daher auch eine gezielte Aktion einiger Linken- und Grünen-Politiker, die – so hört man hinter vorgehaltener Hand – nur darauf aus seien, die sozialen Netze mit steilen sicherheitspolitischen Thesen und anderem Unsinn zu dominieren, ohne dass ihnen jemand mit Sachverstand reinquatsche. Auch in den sozialen Netzwerken gelte schließlich der Primat der Politik. Na dann.

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Eine Antwort zu Verteidigungsministerium kündigt sämtliche Abonnements

  1. Vtg-Amtmann schreibt:

    Hat man denn auch das „Qualitätsabonnement bei Bravo“ gekündigt, denn der Bullshit über einen ansich guten Ansatz geht nun in der Sommerpause auf abgrundtiefem sowie der Bw absolut abträglichem Niveau genauso weiter wie im Vorjahr?

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