Wirtschaftsprüfer raten: Autos statt Abfangjäger

QRA-Haltestelle2

Vor der Übergabe eines Gutachtens von Wirtschaftsprüfern und Anwälten an Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am 6. Oktober sind weitere Details aus der Studie bekannt geworden. Unter anderem raten die externen Experten zu einem revolutionären Schritt für die Luftverteidigung: Die so genannten Quick Reaction Alerts (QRA), rund um die Uhr bereitgestellte Abfangjäger, sollten kostengünstig durch Autos ersetzt werden.

Zur Begründung heißt es in der mehrere tausend Seiten starken Untersuchung, die hochkomplexen Waffensysteme vom Typ Eurofighter seien angesichts der Aufgaben für die QRA nicht wirtschaftlich einzusetzen. So schränkten höchstrichterliche Vorgaben ohnehin die Möglichkeit ein, ein anderes Flugzeug abzuschießen; damit sei die Aufgabe der Eurofighter-Piloten auf die visuelle Identifizierung unbekannter oder verdächtiger Flugzeuge beschränkt. Diese Aufgabe könnte aber von dem geschulten Personal ebensogut aus einem Fahrzeug am Boden wahrgenommen werden.

Mit einer Umstellung von Eurofighter auf handelsübliche Fahrzeuge könnten zudem innerhalb der Bundeswehr zahlreiche Synergieeffekte genutzt werden, schreiben die Gutachter. So stelle die Bundeswehr Fuhrpark Service GmbH ohnehin entsprechende Fahrzeuge bereit, die ohne zusätzliche Kosten in die QRA integriert werden könnten. Für die visuelle Identifizierung seien darüber hinaus auch Angehörige anderer Teilstreitkräfte einsetzbar, die nicht der abnorm teuren Ausbildung zum Jetpiloten in den USA bedürften.

Weitere Vorteile versprechen sich die Wirtschaftsprüfer von der Integration der neuen Lösung in die NATO. Die Bundesregierung habe im Bündnis ohnehin zugesagt, eine Führungsrolle bei der bodengebundenen Luftverteidigung übernehmen zu wollen. Mit dem kostengünstigen Ansatz sei das Vorbild der Anlehnungsmacht Deutschland gerade für finanzschwache andere Mitgliedsländer der Allianz ein Anknüpfungspunkt zur Integration.

Die ersten, bislang noch geheim gehaltenen Versuche einer Umstellung vom Eurofighter auf landgebundene Fahrzeuge laufen bereits. An mehreren Luftwaffenbasen wurden spezielle Haltestellen für die QRA eingerichtet (Foto oben), die dem erhöhten, priorisierten Zeitbedarf dieser Aufgabe gercht werden sollen. Für die Auswertung der Ergebnisse wird allerdings ein neuer Auftrag an das Prüfungskonsortium erforderlich, über den die Ministerin bislang noch nicht entschieden hat.

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8 Antworten zu Wirtschaftsprüfer raten: Autos statt Abfangjäger

  1. Unreal schreibt:

    Das ist ein schlechter Witz oder?

  2. Fussgänger schreibt:

    Nein, ich finde den Witz gut!

  3. Chieftoby schreibt:

    Schön wäre es!!

  4. gedankenweber schreibt:

    Wieso ist das heute eigentlich immer noch nicht möglich ein Flugzeug anhand seines Radarechos zu identifizieren, und weshalb muss es optische Beobachtung durch einen Menschen sein?

  5. gnaddrig schreibt:

    Und wenn es ganz dicke kommt, kann man mit den QRA-Autos nach den fliegenden Eindringlingen schmeißen. Katapulte bauen ist kein Hexenwerk…

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